Wie alles begann

Veröffentlichungsdatum: 1. Januar 2006

Man ist nicht bloß ein einzelner Mensch, man gehört einem Ganzen an. (Theodor Fontane)

Wie macht ihr das? Wie gelingt so systematische Schulentwicklung? Unsere Antwort lautet: Mit einem starken Team! Die Frage nach unserem Weg ist tatsächlich die am häufigsten gestellte Frage an uns. Ein Patentrezept gibt es an dieser Stelle natürlich nicht. Eckpunkte, wichtige Weichenstellungen unserer Entwicklung wollen wir hier jedoch kurz skizzieren.

Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann gründ ich einen (effektiven) Arbeitskreis!

Eine wichtige Schlüsselrolle trägt unser 2004 gegründeter Arbeitskreis „Grundschule im Wandel“. Wir treffen uns einmal im Monat und beschäftigen uns mit wichtigen Fragen rund um kindliche Pädagogik. Wir beschäftigen uns mit Eckpfeilern des individualisierten Unterrichts ebenso wie mit Maßnahmen zur Lernoptimierung oder zur Optimierung der Raumkonzeption usw. Wir tauschen uns über Haltungen aus, positionieren uns und formulieren gemeinsame, vom Team getragene Visionen. Im Arbeitskreis entstand bereits vor vielen Jahren die Idee, eine Schule zu bauen, die den modernen Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird, die den stark veränderten Bedürfnissen der Kinder Rechnung trägt. Der Arbeitskreis bildet den „Motor“ unserer schulprogrammatischen Entwicklung.

Weniger ist mehr!

Zu Beginn eines Schuljahres formulieren wir realistische Jahresziele, die wir in einem „Jahresfahrplan“ visualisieren, strukturieren und organisieren. In der Regel probieren wir ein Großprojekt pro Schuljahr zu realisieren. So entstanden sukzessive unsere thematischen Lernateliers als Ergänzung zum Klassenraumangebot. Wichtig ist uns dabei stets, die Ideen unserer Schüler aufzugreifen und in die Umsetzung einfließen zu lassen. Die Themenkisten unseres Forscherlabors spiegeln beispielsweise das Ergebnis einer Schülerumfrage „Zu welchem Thema würdet ihr gerne forschen“ wider?

Synergieeffekte nutzen!

Eine wichtige Philosophie, die wir verfolgen, ist das Weg vom Einzelkämpfertum hin zum Teamplayer. Alle Medien, Materialien und Ideen, die wir entwickeln, werden für alle Kollegen zugänglich und digitalisiert auf dem Server unserer Schule abgelegt. Um Synergieeffekte optimal auszuschöpfen, findet zum Schuljahresende ein ErfahrungsAustauschtreffen zwischen Vertretern der Jahrgangsstufen-Teams statt. Erfolgreiche Unterrichtsprojekte und entwickelte Materialien werden an den nachfolgenden Jahrgang übermittelt. Unsere Klassentüren stehen während der Phasen der Selbstlernzeit in der Regel offen. Kollegiale Hospitationen betrachten wir als konstruktives Mittel, um über Unterricht ins Gespräch zu kommen und verstehen wir als produktive Möglichkeit zur Sicherung und Verbesserung der Unterrichtsqualität.

Wir schauen über den Tellerrand und erweitern unseren Horizont, indem wir an Schulen mit reformpädagogischen Profilen hospitieren. Jeder bringt sich in den Bereichen ein, in denen er seine Stärken sieht.

Kultur der Wertschätzung!

Wir sehen und benennen den Einsatz und das Engagement unserer Kollegen! Unsere hohe „Wohlfühlatmospäre“ im Team sehen wir als wesentlichen Gelingensfaktor für ein innovativ arbeitendes System. Wir begegnen uns auf Augenhöhe, mit gegenseitiger Wertschätzung und nehmen jeden Kollegen mit all seinen Facetten als Bereicherung. Kollegen bringen sich entsprechend ihrer Stärken und Vorlieben ein. Eine wesentliche Herausforderung besteht darin, diesen Zustand des „Flows“ und diese Zufriedenheit zu erhalten und zu pflegen.